Pailletten-Pullunder

Dir geht es doch sicher genauso: Fast jedes Jahr kommt mindestens ein Teil aus Deinem Kleiderschrank hinzu, dass Du einfach nicht mehr tragen willst. Aus irgendeinem Grund passt es vielleicht nicht mehr oder Du fragst Dich, warum Du Dir so etwas je gekauft hast. Trotzdem schade um das Geld und den Stoff.

Die Lösung lautet: Selbst kreativ werden und die Klamotten verändern, neu kombinieren und mit einigen Kniffen aufwerten. Da es nicht genug Tipps geben kann, wie genau sich alte Kleidung aufpeppen lässt und da wir sowieso für Müllvermeidung und Nachhaltigkeit sind, habe ich Dir in diesem Beitrag auch einige unbekanntere und spannende Ideen zusammengestellt.

Pullover: Die perfekte Grundlage

Alte Pullover sind oft schon dutzende Male getragen, vielleicht ein wenig ausgewaschen und haben ihren ursprünglichen Reiz endgültig verloren. Sie liegen dann unter neuen Pullis bei Dir im Kleiderschrank und Du ringst mit dem Gedanken, sie zu entsorgen oder irgendwo zu verkaufen. Wenn Du aber Geld sparen willst und genau den Pullover suchst, der sich in keinem Geschäft findet, solltest Du Nadel und Faden zur Hand nehmen und Dich an den alten Stoffen austoben:

1. Der Pailletten-Pullover

Für den Pailletten-Pulli benötigst Du:

  • Pailletten
  • Nadel
  • Faden
  • Papier
  • Einen Computer
  • Einen Drucker
  • Eine Schere
  • Schneiderkreide

Zunächst suchst Du Dir am PC eine Schriftart aus, die Dir gefällt und die Du Dir auf dem Pullover vorstellen kannst. Schreibe dann einmal irgendwelche netten Wörter, Statements oder Sonstiges mit dieser Schrift und suche Dir dann am besten ein kurzes Wort mit vier bis sieben Buchstaben aus. Drucke Dir dieses Wort in der entsprechenden Größe aus und schneide den Schriftzug entlang der äußeren Linien ab – fertige Dir also eine Schablone an. Anschließend legst Du diese Schablone an der gewünschten Stelle auf Deinen alten Pullover, den Du aufwerten möchtest und überträgst den Schriftzug mit der Schneiderkreide. Nun ist Fleißarbeit angesagt: Die Pailletten müssen einzeln entlang der Kreidelinien aufgenäht werden; am besten natürlich immer etwas überlappend. Du wirst dafür sicher etwas mehr Zeit einplanen müssen. Der Aufwand aber lohnt sich und schenkt Dir quasi ein neues Kleidungsstück.

 

2. Der Strasspullover

Für den Strass-Pulli benötigst Du:

  • Mindestens 50 Schmuck- oder Strasssteine, die es in großen Bastelläden gibt
  • Textilkleber
  • Einen Drucker
  • Eine Schere

Beim Strass-Pulli hast Du gegenüber dem Pailletten-Pulli den Vorteil, dass Du deutlich schneller zu einem Ergebnis kommst, da Du die Strasssteine einfach aufkleben kannst und nicht aufnähen musst – jedenfalls dann, wenn sie groß genug sind. Lass Dich im Zweifelsfall im Bastelladen beraten und frage nach, ob die Steine aufgeklebt auf Stoff halten werden.

Du kannst dann entweder vorgehen, wie beim Pailletten-Pulli und Dir auch wieder eine Schablone anfertigen, die allerdings ein wenig breiter sein sollte. Wenn Du bei einem Schriftzug die Farben der Steine von hell nach dunkel verlaufen lässt, erzielst Du einfach einen spannenden Ombré-Effekt. Du kannst aber natürlich auch einfach spontan drauf loskleben und Deinen alten Pulli wie eine Leinwand betrachten. Denke nur daran, dass das Stück am Ende nicht zu abstrakt sein sollte, um gut an Deinem Körper auszusehen.

 

Baender

Auch alte Tischdecken oder Bänder mit Spitzen lassen sich zum Aufwerten von Kleidung verwenden. fotolia.de © teressa (#199365576)

3. Der Pulli mit Spitze

Für den Spitzen-Pulli benötigst Du:

  • Ein Spitzenband
  • Eine Stoffschere
  • Schneiderkreide
  • Ein Maßband
  • Nadel und Faden oder eine Nähmaschine

Mit der Schneiderkreide markierst DU zunächst den Bereich des Pullis, den Du mit Spitze hinterlegen möchtest. Die Mitte der Ärmel beispielsweise eignet sich dafür wunderbar. Du schneidest dann mit der Stoffschere den markierten Bereich heraus und schlägst anschließend den Rand den Schnittstellen nach innen um. Per Hand oder Nähmaschine nähst Du dann darüber, damit Du eine saubere Kante bekommst und nichts ausfransen kann. Das Spitzenband legst Du zuletzt über die Lücke im Pulli und nähst es von innen fest. Wenn Du Dich im Nähen nicht so sicher fühlst, kannst Du übrigens auch mit Bügelspitze arbeiten. Im gut sortierten Stoffladen solltest Du solche Spitzenapplikationen finden, mit denen sich natürlich auch andere Stücke prima verzieren lassen.

 

Jeans – ein wunderbarer DIY-Stoff

Egal ob es sich um alte Jeanshosen, Jeansjacken oder Jeanshemden handelt, Du solltest gerade diese Teile nicht voreilig entsorgen – denn der Stoff eignet sich so gut wie kein anderer, um kreativ zu werden und Deine alten Sachen aufzuwerten und in neue, stylische Stücke zu verwandeln.

Jeanshosen

Jeanshosen sind die beste Ausgangsbasis für ein DIY-Kleidungsstück und können in kürzester Zeit vom Ausrangiert- auf den Lieblingsteil-Stapel wandern – vorausgesetzt, Du weißt, was Du damit machen kannst.

  • Die einfachste Möglichkeit Deine Jeans aufzupeppen sind Farbkleckse. Im Kreativ- und Bastelmarkt erhältst Du Stoff-Farbe sowie einen geeigneten Pinsel und kannst Zuhause mit Zeitungsunterlagen wild drauflosklecken oder malen. Auf blauen Jeans machen sich helle Farben, wie Weiß, Geld, Orange oder auch ein knalliges Rot besonders gut. Es müssen übrigens nicht nur kleine Punkte und Spritzer sein – auch größere ausgemalte Farbflächen können toll aussehen.
  • Der Jeans-Saum ist wohl die beste Stelle der Hose, um schnell einen echten Hingucker zu kreieren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Du den Saum aufwerten kannst. Du kannst beispielsweise die Jeans umschlagen und farbiges Textil aus einem anderen Kleidungsstück, das Du nicht mehr trägst, ausschneiden und mit Textilkleber passend am Saum aufbringen. Alternativ kannst Du den Saum auch mit alter Spitze dekorieren, Fransen annähen, die kurz unter dem Knöchel enden oder auch vereinzelte Perlen mit Nadel und Faden oder Textilkleber aufbringen.
  • Alte Jeans sind oft einfarbig, etwas steif und sehen langweilig und konservativ aus. Mit einer Drahtbürste lässt sich das leicht ändern. An bestimmten Stellen, wie unter den Hosentaschen und auf den Oberschenkeln etwa kann die Jeans einfach so lange bearbeitet werden, bis sie blasser wird, kleine Löcher bekommt und im angesagten Used-Look Eine Schere hilft dabei, an gezielten Stellen, wie etwa an den Knien Schlitze und stylische Löcher in die Hose zu bekommen.

 

Jeans-Jacke

Eine alte Jeansjacke ist die optimale Ausgangsbasis, um sich kreativ auszutoben. fotolia.de © Anna Reich (#40325242)

Jeansjacken und Jeanshemden

Auch alte Jeansjacken und Jeanshemden können kreativ bearbeitet und zu schönen neuen Stücken umgearbeitet werden. Das Motto lautet hier: Farbe und Metall!

Zunächst einmal eignet sich das Rückenteil vor allem von Jeansjacken optimal, um Deiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Wenn Du zur künstlerisch begabteren Sorte gehörst, kannst Du etwa mit Textilfarben, wasserfesten Acrylstiften und Spraydosen ein cooles Motiv auf das Rückenteil zaubern – sei dies nun ein zum Denim passendes Graffitypiece, ein anderer Schriftzug oder eine sonstige Verzierung. Alternativ kannst Du einen Stoffblitzer kreieren; dafür wiederum solltest Du mit der Nähmaschine oder Nadel und Faden umgehen können. Du suchst Dir dafür einfach ein Stück (am besten bunten) Stoff und schneidest an der gewünschten Stelle in die Jeansjacke oder auch das Jeanshemd ein etwas kleineres Loch. Bei Jeansjacken sieht es besonders gut aus, wenn Du den Saum kräftig ausfranst. Dann legst Du den Stoff von innen hinter das zerfetzte Loch, befestigst ihn bestenfalls mit Stecknadeln, damit nichts verrutscht und nähst ihn dann fest – und zwar so, dass der Stoff nur durch das Loch sichtbar ist. Wenn Du blaues Garn verwendest sieht man die Naht kaum und es seiht aus, als gehöre der Stoffblitzer zur Jacke.

Was natürlich bei Jeansjacken, wie Jeanshemden auch immer geht, sind Nieten und andere Metallapplikationen, die etwa im Schulterbereich oder am Kragen angebracht werden können und aus langweiligen alten Kleidern ganz moderne Einzelstücke machen.

 

Aus Altem neue Kleidungsstücke schaffen

Manchmal geht vielleicht einfach gar nichts mehr: Egal was Du Dir überlegst, der Pullover wird nicht schöner und ein bestimmter Stoffrest lässt sich nicht verwerten. Dann gibt es immer noch eine Möglichkeit, nämlich ein komplett neues Kleidungsstück zu schaffen.

Zuschneiden

Oft braucht es nicht mehr als Nadel, Faden, eine Schere und ein Stück Stoff, um aus einem alten Kleidungsstück ein neues Lieblingsteil zu machen. fotolia.de © Halfpoint (#199423600)

Gerade aus einem alten Strickpullover beispielsweise, der einfach nicht mehr passen möchte, können im Handumdrehen Armstulpen geschaffen werden, die im nächsten Winter den perfekten Kälteschutz bieten. Dafür ganz einfach ein etwa 25 cm langes Stück aus dem Ärmel ausschneiden (zwischen 9 und 15 cm Breite ist optimal) und beispielsweise von zwei alten Trainingsjacken oder Sporthosen die Bündchen abschneiden. Diese lassen sich wunderbar an die Enden der Ärmelstücke anbringen und halten dieses zuverlässig und fest am Arm.

Auch aus alten Stoffresten abseits des Kleiderschrankes lassen sich neue Kleidungsstücke machen. Manche Vorhänge oder Bettbezüge etwa fristen in Deinem Haushaltsschrank vielleicht seit Jahren ein trostloses Dasein. Mit ein wenig Näharbeit lässt sich aus diesen alten Stoffen jedoch ein schöner Bahnenrock zaubern. Dazu musst Du einfach mittels eines Schnittmusters sechs Rockbahnen anfertigen und diese an den langen Kanten im Zickzackstich der Nähmaschine oder mit der Overlock-Nähmaschine versäubern. Dann steppst Du die Stoffbahnen an den langen Seiten 1 cm breit rechts auf rechts zusammen. Nur die letzten beiden Kanten lässt Du offen. Anschließend bügelst Du die Nahtzugaben auseinander. Einen passenden Reißverschluss legst Du geöffnet rechts auf rechts auf die noch offenen Kanten des Rocks und steppst ihn möglichst nah an den Reißverschlusszähnchen in der Rille fest. Anschließend schließt Du den Reißverschluss und nähst den Rest der Strecke unterhalb des Reißverschlusses zusammen. Den Saum versäuberst Du im Zickzackstich oder mit der Overlock-Nähmaschine, bügelst ihn etwa 7 mm nach innen und steppst ihn ab. Zuletzt nähst Du das Schrägband um die obere Rockkante und schlägst Anfang und Ende nach innen schlagen. Haken und Auge des Reißverschlusses nähst Du mit einigen Handstichen oberhalb an.

Viel weitere Nähanleitungen für Kleider und Röcke findest Du in Zeitschriften. Hier ist vom Anfänger bis hin zum Profi an der Nähmaschine alles dabei!