Kreativ mit Knetbeton - Geschenkanhänger

Beton ist nichts, was wir als liebliches Material ansehen würden. Da denkst Du eher an das wundervoll-vielseitige Papier, an Holz oder Stoff.  Allerdings können wir dir schon mal eines verraten: Ein Negativdenken kommt eventuell deshalb, weil Beton ein so praktisches und günstiges Material ist, dass es überall verwendet wird. Zufällig machen die gleichen Eigenschaften Beton auch für dich interessant. Auf den Geschmack gekommen? Dann schau dir mal unsere folgenden Ideen an, bei denen Beton eine Paraderolle spielt. Beton mal anders!

Die Plastikbecher-Knickvase

Das Coole an Beton ist, dass er sich leicht anpassen kann, da er im Urzustand breiig ist. Genau das kannst Du dir zunutze machen und eine ganze Armee an unheimlich coolen Knickvasen basteln, die sich hervorragend für Pflanzen eignen, die nicht so viel Wasser benötigen. Dazu brauchst Du nur einen Beutel Beton-Estrich oder Kreativbeton aus dem Bastelbedarf sowie Plastikbecher:

  1. Schneide von einem Plastikbecher das untere Drittel ab, sodass Du einen Mini-Becher erhältst
  2. Mische den Beton mit Wasser so an, dass er „Apfelmus-Konsistenz“ hat. Wichtig: Das Pulver muss ins Wasser, nicht umgekehrt, sonst gibt es Klumpen. Fang mit einem kleinen Schluck an, füll Pulver auf, mische und gib dann bei Bedarf noch mehr Wasser bzw. Pulver dazu
  3. Kipp den Beton in einen zweiten, unzerschnittenen Becher bis daumenbreit unter der Oberkante
  4. Drücke deinen Mini-Becher mittig in die Masse hinein, bis er mit dem Beton bündig ist
  5. Leg etwas Flaches (ein Stück Karton) auf den Becher und knicke ihn an der Seite mit den Fingern ein. Du kannst dabei auch etwas Druck von oben ausüben. Ziel ist es, dass die Becherform geknickt wird und sich diese Verformung ebenso an den Beton überträgt, wie es bereits beim Einfüllen die Rippen im Becher getan haben
  6. Lass den Beton mindestens einen, besser zwei Tage durchtrocknen. Am besten auf dem Fensterbrett über der Heizung, damit das Wasser gut verdunstet

Danach musst Du deinen „Innen-Becher“ herausnehmen und danach den äußeren Becher der Länge nach, ggf. in mehreren Streifen aufschneiden. Das kann etwas kleben, weil der Beton am Plastik haftet. Den Hohlraum oben machst Du mit Latexfarbe wasserdicht. Dann braucht es nur noch je nach Wunschpflanze etwas Steckschaum oder Pflanzengranulat und Du kannst lospflanzen. Übrigens: Nimmst Du statt des Mini-Bechers ein leeres Teelichtblech, kannst Du auf diese Weise auch Kerzenhalter erzeugen.

 

Der Betonstuhl

alte StühleWürdest Du aus Beton einen Stuhl herstellen wollen, wäre der so schwer und massiv, dass er wahrscheinlich jeden Wohnungsboden zum Einsturz bringen würde. Doch wer sagt denn, dass Beton massiv gegossen sein muss? Denn wenn Du einen alten hölzernen Stuhl hast, kannst Du ihm einen perfekten Beton-Look verpassen. Dazu brauchst Du nur eine Faserrolle sowie eine spezielle Masse in diesem Look. Die ist zwar eigentlich für die Wand gedacht, funktioniert aber auch in diesem Fall:

  1. Reinige den Stuhl mit einem scharfen Haushaltsreiniger besonders gründlich. Er muss überall absolut fett- und staubfrei sowie trocken sein
  2. Mische die Roll- und Spachtelmasse nach Anleitung. Ein Kilo Pulver kommt auf 250 ml Wasser. Rühre sie mit einem Werkzeug mehrere Minuten durch, bis sie homogen ist. Du hast eine Bohrmaschine oder einen Akkuschrauber? Dann besorge dir im Baumarkt einen Rühr-Aufsatz und mach es dir wesentlich leichter
  3. Kippe die Masse am besten in eine Wanne für Farbrollen, so kannst Du sie am einfachsten aufnehmen
  4. Feuchte die Rolle etwas an, damit die Masse besser daran haftet
  5. Rolle nun den Stuhl ganz normal so, als würdest Du mit diesem Werkzeug Farbe auftragen

Wir empfehlen dir wegen der Tropfgefahr, das Ganze draußen an einem überdachten Ort zu machen und ausreichend Zeitung unterzulegen. Wenn Du fertig bist, muss die Masse für einen Tag durchtrocknen. Dann kannst Du den „Stuhl aus Beton“ mit einem Primer einstreichen und niemand wird mehr erahnen, dass darunter eigentlich Holz steckt.

 

Luftballon-Dracheneier

Jetzt helfen wir dir, coole Fantasy-Eier selbst zu basteln und sie auch noch als stylische Kerzenhalter zu nutzen. Du brauchst nur Luftballons, Bastelbeton sowie einen großen, aber weichen Pinsel.

  1. Puste drei, vier Luftballons auf, aber achte darauf, dass sie nicht alle gleichgroß sind, denn der Unterschied macht den Charme. Stelle sie mit dem Knoten nach unten in alte Tassen und klebe sie mit etwas Tape fest. Der Ballon muss fest darinsitzen
  2. Du brauchst zwei Beton-Mischungen. Die erste etwas flüssiger als gewohnt, die zweite hingegen etwas dicker. Falls Du Reste von der Stuhl-Spachtelmasse hast, kannst Du auch die nehmen
  3. Mit dem Pinsel streichst Du jetzt die obere Hälfte des Luftballons mit der flüssigeren Mischung dünn ein. Du bemalst also praktisch den Ballon mit Beton. Achte darauf, dass der Rand, an dem der Beton aufhört, schön ungleichmäßig ist
  4. Warte zirka fünf Minuten
  5. Nimm nun mit dem Pinsel die gröbere Masse auf und tupfe sie auf die eingestrichene Stelle. Achte darauf, dass alles gut mit Beton bedeckt wird, damit deine Dracheneier genug Stabilität haben
  6. Wenn Du magst, arbeite mit dem Pinsel noch Struktur hinein. Mach das aber immer nur mit zusätzlicher Masse, damit Du nichts an einer Stelle wegstreichst
  7. Lass alles mindestens 24 Stunden lang gut durchtrocknen
  8. Nimm die Ballon-Eier aus den Tassen, schneide dann die Ballons vorsichtig auf und ziehe sie noch vorsichtiger aus dem Inneren der Eier heraus
  9. Falls die Ränder zu gleichmäßig sein sollten, nimm eine Zange und knipse mit ihr ein bisschen Material ab

Dann empfehlen wir dir, die Innenseite entweder mit goldener, silberner oder weißer Sprühfarbe zu lackieren. Das gibt nicht nur eine geschlossene Oberfläche (die sich viel besser reinigen lässt, falls mal eine Kerze etwas Wachs verliert), sondern sorgt auch dafür, dass das Licht viel besser aus dem Inneren heraus reflektiert wird.

Was Du dann mit dem Äußeren machst, bleibt dir überlassen. Doch selbst wenn Du nur den nackten Beton-Look beibehalten willst, solltest Du die Eier außen mit Primer einpinseln.

 

Der Beton-Farbtipp

Beton FarbeNatürlich kannst Du all deine Beton-Bastelarbeiten außen einfach „en Nature“ belassen. Doch mit nur etwas Mehraufwand kannst Du einen unheimlich tollen Effekt erzielen, den Du dir bei den Erbauern von Kunststoffmodellen abschauen kannst. Diese Technik nennt sich Washing. Dabei geht es darum, optische Tiefe zu erzeugen, indem man ganz flüssige Farbe dazu bringt, durch den Kapillareffekt in feinste Unebenheiten laufen zu lassen. Dazu müssen deine Beton-Kreationen mit wasserbasierendem Klarlack versiegelt sein. Im Anschluss benötigst Du nur noch dunkelbraune Öl- bzw. Emaillefarben aus dem Kunstbedarf und Feuerzeugbenzin:

 

  1. Mische etwas Farbe mit ganz viel Feuerzeugbenzin und achte dabei darauf, dass sie fast transparent ist
  2. Nimm davon mit einem feinen, weichen Pinsel etwas auf und gib es auf dein Werk. Durch den Kapillareffekt wird sich die Farbe in allen Vertiefungen sammeln. Zu viel des Guten? Dann nimm mit dem Pinsel reines Feuerzeugbenzin auf und streiche nochmal über die Stelle
  3. Verfahre so, bis die ganze Oberfläche „gewasht“ wurde. Vorsicht: Das Feuerzeugbenzin verdunstet binnen Minuten, die Ölfarbe bleibt aber noch einige Tage weich. Sorge also dafür, dass dein Werk danach nicht mehr angefasst werden muss.

Dunkelbraun ist zwar „the way to go“ aber prinzipiell kannst Du für das Washing auch jede andere Farbe nehmen, die dunkler als der getrocknete Beton ist.

 

 

Übrigens gibt es nicht nur verschiedene Möglichkeiten Beton zu verarbeiten, sondern auch verschiedene Betonarten. Am einfachsten ist hier natürlich der Knetbeton zu handhaben. Beton mal anders!

Buch: Kreativ mit Beton
Buch: Wohnaccessoires aus Beton selber machen
Mein Deko- und Bastelspass Sonderheft BS 331 Beton-Geschenke
Das große Kreativbuch Beton
Buch: Kreativ mit Knetbeton
Buch: Schmuck aus Beton
Das große Sieda Beton Werkbuch