Patchwor-Decke genäht in Crazy-Technik aus der Zeitschrift Lena´s Patchwork Nr. 63/2017

Patchwork-Techniken gibt es unendlich viele. Eine ganz besondere unter ihnen eignet sich für Anfänger und sieht zugleich toll aus. Bei uns erfahrt Ihr, wie Crazy-Patchwork funktioniert und welche Lieblingsprojekte sich damit umsetzen lassen.

Vielleicht kennt Ihr schon die Log Cabin-Technik, die wohl bekannteste Patchworkart, bei der die Stoffe wie ein Blockhaus von innen nach außen angeordnet werden. Auch das typische Englische Patchwork ist inzwischen in Deutschland ziemlich bekannt. Dabei werden Sechsecke, die an Honigwaben erinnern, passgenau aneinandergenäht. Bei beiden Patchwork-Techniken bestimmt sich das Muster über die Form der Stoffteile, die immer gleich bleibt oder sich zumindest wiederholt. Die Schwierigkeit dabei ist, dass die verschiedenen Stoffteile alle einheitlich groß sein müssen. Das kann vor allem für Anfänger zu einer schwierigen Aufgabe beim Zuschneiden werden.

Patchwor-Tasche genäht in Crazy-Technik aus der Zeitschrift Lena´s Patchwork Nr. 63/2017Aber es gibt eine Art des Patchworkens, bei der die Stoffteile, die miteinander vernäht werden sollen, keinesfalls gleich groß sein müssen, die Crazy-Technik. Wie der Name schon sagt, werden die Stoffe ganz verrückt zusammengenäht. Variieren können dabei nicht nur die Formen der einzelnen Stücke, sondern auch ihre Materialien: Samt, Seide, Baumwolle – solange sich ein Stoff nicht beim Nähen stark verzieht, kann er in das Crazy-Patchwork, auch in Kombination mit anderen Stoffen, eingebracht werden. Und das in Form von Dreiecken, Vierecken und anderen Vielecken in demselben Projekt. Die Stoffteile werden einfach auf ein Vlies genäht, das die Form des gewünschten Endprodukts hat. Nun noch von der anderen Seite einen einfarbigen Stoff dagegen nähen und fertig ist das Projekt.

Die Crazy-Technik stammt übrigens aus dem viktorianischen Zeitalter. Damals wurden Crazy-Projekte zusätzlich mit Knöpfen, Bändern und Zierstichen in ausgefallenen Formen ausgestattet. Diese Zierstiche konnten Muster oder Symbole auf die Nähobjekte malen. Wenn Ihr das mal ausprobieren wollt, müsst Ihr allerdings schon etwas Übung mit der Nähmaschine haben, denn das Freihand-Sticken erfordert einiges an Praxiserfahrung.

Crazy-Patchwork ist eine schöne Möglichkeit, sich an der Nähmaschine zu üben und gleichzeitig eine gute Gelegenheit, bunte Stoffreste zu verwerten. Was für ein Projekt ihr macht, ist dabei Euch überlassen. Natürlich könnt Ihr eine klassische Decke nähen. Aber auch eine Umhängetasche in der Crazy-Technik sieht absolut schick aus. Genaue Anleitungen für beide Projekte findet Ihr in der aktuellen Ausgabe der Lena’s Patchwork.