Nähmaschine

Mit der Hand nähen ist eine Sache. Viele Projekte lassen sich jedoch ohne Nähmaschine nicht oder nur schwer umsetzen. Wenn du gerade erst anfängst, zu nähen, kann das Angebot an Nähmaschinen etwas überwältigend sein. Verschiedene Sticharten, diverse Funktionen und Zubehör – viele Anfängerinnen und Anfänger blicken da gar nicht mehr durch. Um dir den Einstieg zu erleichtern, haben wir hier ein paar Tipps zusammengefasst, worauf du beim Kauf deiner allerersten Nähmaschine achten solltest.

Das Preis-Leistungsverhältnis muss stimmen

Nähmaschinen können schnell teuer werden. Es ist aber nicht unbedingt nötig, mehrere hundert Euro für das erste Modell auszugeben. Vor allem zu Beginn wirst du einfache Stiche und Muster probieren, kompliziertere Dinge wie Rüschen kommen in der Regel später dran. Gute Anfängernähmaschinen gibt es schon für 100 bis 200 Euro. Dabei ist nicht immer die Devise: teurer ist besser. Viele namhafte Hersteller bieten gute Angebote, bei denen es sich lohnt, zuzuschlagen. Im Gegenzug sind nicht alle günstigen Discounter-Schnäppchen wirklich ein guter Deal. Oft fehlt hier die notwendige Beratung, es gibt kaum Zubehör und eine langfristige Garantie ist ebenfalls nicht gegeben.

Wenn du auf der Suche nach deiner ersten Nähmaschine bist, solltest du zunächst vergleichen. Lies Kundenrezensionen und geh in Fachgeschäfte. Dort kannst du dich individuell beraten lassen und möglicherweise sogar ein paar Modelle ausprobieren. So bekommst du ein Gefühl dafür, welche Nähmaschine zu dir passen könnte.

Vorsicht ist bei extrem günstigen Modellen geboten. Hier solltest du zunächst schauen, welcher Lieferumfang im Preis inbegriffen ist. Denn wenn du alles zusätzlich kaufen musst, steigt der Preis schnell in ungeahnte Höhen.

 

Mechanisch oder mit Computer?

Bei Nähmaschinen wird generell zwischen zwei Arten unterschieden. Es gibt mechanische Maschinen, bei denen du alles selbst bedienst. Für Anfänger sind diese Maschinen meist völlig ausreichend, da sie mit weniger Funktionen auskommen und recht intuitiv zu bedienen sind. Du kannst gerade und Zickzackstiche machen sowie einen Rückstich. Auch mechanische Nähmaschinen sind heutzutage serienmäßig mit guter Beleuchtung ausgestattet.

Zum anderen gibt es computergesteuerte Maschinen. Sie wirken auf den ersten Blick wesentlich professioneller und haben zudem eine Vielzahl an Funktionen. Um die Maschine zu steuern, berührst du einfach einen kleinen Touchscreen, auf dem du alle wichtigen Informationen eingibst. Die Nähmaschine arbeitet dann computergesteuert.

Für Anfänger eignet sich eine mechanische Maschine oft eher, weil du mit ihr ein Gefühl für das maschinenbasierte Nähen entwickelst. Du bestimmst die Geschwindigkeit über das Fußpedal und kannst mit wenigen Handgriffen in den Rückwärtsstich wechseln. Für Fortgeschrittene ist eine computergesteuerte Nähmaschine eine gute Ergänzung, da hier kompliziertere Schnittmuster einfacher möglich sind. Auch verfügt die computerbasierte Maschine über wesentlich mehr Sticharten und Funktionen, die eine mechanische Maschine nicht aufweisen kann. Eine computergesteuerte Maschine ist außerdem nichts für den kleinen Geldbeutel, weshalb du die Investition hier genau bedenken solltest.

Nähzubehör

Neben einer hochwertigen Nähmaschine ist das Zubehör entscheidend, um gute Ergebnisse zu erzielen.

Robust sollte das Modell sein

Da du deine ersten Nähschritte auf der neuen Nähmaschine wagst, sollte das Modell sehr robust sein. Es muss kleine Fehler verzeihen und darf nicht sofort eine Störung haben, wenn du etwas falsch machst. Nur so kannst du lernen, richtig mit deiner Nähmaschine umzugehen.

In diesem Zusammenhang ist es zudem wichtig, seine Rechte als Verbraucher zu kennen. Grundsätzlich sind Verkäufer in der Gewährleistungspflicht, wenn sie dir etwas verkauft haben. Diese Pflicht besteht per Gesetz für zwei Jahre. Darüber hinaus gewähren viele Hersteller eine zusätzliche Garantie. Dann hast du die Möglichkeit, das defekte Gerät einzuschicken, sodass es für dich repariert wird. Dabei entstehen dir keine oder nur sehr geringe zusätzliche Kosten.

 

Nähfuss

Kleinigkeiten können entscheidend sein: Je höher du den Nähfuß anheben kannst, desto mehr Stoff passt darunter. Für dickere Stoffe ist ein hoher Nähfuß also unumgänglich.

Einfache Handhabung versus viele Funktionen

Gerade für Anfänger ist eine einfache Handhabung das A und O. Eine Anfängernähmaschine muss so aufgebaut sein, dass du sie intuitiv verstehst. Die Bedienungsanleitung dient zur ersten Orientierung, danach solltest du mit der Maschine umgehen können, ohne dass die Anleitung stets daneben liegen muss. Hier gilt: Je mehr Funktionen eine Nähmaschine hat, desto schwieriger ist die Handhabung. Anfängermodelle haben leicht erkennbare Piktogramme aufgedruckt, sodass du sofort erkennst, welcher Knopf welche Funktion hat. So kannst du schnell und einfach loslegen und erste Versuche an deiner Nähmaschine machen. Ob leichtes Sommerkleid für die anstehende Saison oder erstmal ein paar Probestiche auf einem ausrangierten Stück Baumwollstoff, die Hauptsache ist, dass du ohne viel Aufwand ein Gefühl für deine Nähmaschine bekommst.

 

Gute Planung ist die halbe Miete

Grundsätzlich hast du bei deiner ersten Nähmaschine die freie Auswahl. Die Modellvielfalt ist riesig und für jeden ist das Richtige dabei. Wichtig ist nur, dass du dir vorher genau überlegst, wofür du die Nähmaschine haben möchtest. Welche Projekte möchtest du kurz- und langfristig umsetzen? Bist du bereit, die Nähmaschine in ein paar Monaten oder Jahren gegen ein neueres, moderneres und funktionsreicheres Modell auszutauschen? Oder soll die erste Nähmaschine eine langfristige Investition sein? Wenn du viel Kleidung aus Baumwolle nähen möchtest, bist du mit einem einfachen, mechanischen Modell für etwa 100 Euro gut bedient. Möchtest du aber Babybekleidung selbst nähen oder arbeitest lieber mit Jerseystoffen, ist eine Maschine sinnvoll, bei der du den Nähfuß sehr hoch anheben kannst. Auch ein Freiarm ist unverzichtbar, wenn du viel Kleidung nähen willst.

Bei der Wahl deiner Nähmaschine geht es also genau um deine Bedürfnisse. Plane im Vorfeld, wofür du die Nähmaschine nutzen möchtest und mach dir eine Liste mit unverzichtbaren Funktionen. Dann kannst du beim Vergleich und in der Beratung genau herausfinden, welche Geräte das liefern, was du suchst. Umso leichter fällt die Kaufentscheidung. Und dann kann’s auch losgehen: Viel Spaß beim Nähen!