Körbchen gemacht aus einem Häkeldeckchen

Fast ein bisschen wie Dornröschen erwachen immer mehr filetgehäkelte Deckchen aus dem Schönheitsschlaf und erfreuen sich neuer Beliebtheit.

Betrachtet werden sie auch immer weniger nur in ihrer Funktion als Deckchen, sondern mehr als die tatsächliche Schönheit und das wirklich gekonnte Kunstwerk dahinter.

Spitzendeckchen, -bordüren, -borten, -ränder, -läufer und -verziehrungen aller Art zierten auch tatsächlich nicht wenige Schränke und Tische im Haus meiner Oma und vererbtermaßen dann auch die meiner Mutter. Hier aber schon in deutlich geringerer Anzahl.

Meine Oma und Uroma haben die kleinen Schmuckstücke mit winzigen Nadeln, aus Garn dünn wie ein Nähfaden und tatsächlich ohne die Hilfe einer Lupe fehlerfrei gehäkelt. Und konnten sich dabei auch noch lustig unterhalten. Das verdient Respekt.

Nachdem die Ära der Filetdeckchen nun immer mehr zu Ende ging, wanderten all diese Werke in eine alte Lebkuchen-Blechdose auf den Speicher.

Zwar aus den Augen, aber bei mir nicht aus dem Sinn. Viel zu schön sind sie, als dass sie dort einfach nur unbeachtet lagern.

Da ich meine Wohnung ja mit meiner Mitbewohnerin Greta teile, muss ich hier natürlich auch auf ihre Wünsche eingehen, was die Deko angeht. Da kann nicht „einfach so“ drauflos dekoriert werden. Greta ist hier strikt gegen „Sachen, die nix können und nur rumliegen oder rumstehen“. Die räumt sie demonstrativ und konsequent unter die Couch. Und aus.

Also ist es an mir das dekorative Zusammenleben unseren jeweiligen Wünschen anzupassen.

Für meine Tilandsia (Fabelhafte Pflanzen! Die kümmern sich nämlich nahezu selbst um ihren Wasserbedarf.) habe ich so zum Beispiel ein kleines, rundes Filetdeckchen in eine Blumenampel umgewandelt. Dafür braucht es nur etwas angerührten Kleister, eine halbe Acrylhohlkugel und Frischhaltefolie.

So geht’s: Deckchen auf der Frischhaltefolie ausbreiten und richtig „satt“ bekleistern. Danach über die Hohlkugel legen, andrücken und die Falten glätten. Nach 24 Stunden Trockenzeit lässt sich das Deckchen ganz leicht abnehmen und kann mit 3 Fäden auch schon aufgehängt und bestückt werden.

Und da schaukelt sie nun, die Tilandsia in ihrer Blumenampel und freut sich ihrer Unerreichbarkeit. 🙂

 

Filetdeckchen im neuen Look

Wer sich weniger Aufwand machen möchte, kann runde Filetdeckchen auch in einen Stickrahmen ziehen und als hübschen Wandschmuck aufhängen.

Ein bisschen rutschige Frimelarbeit ist das allerdings schon und ich habe die Ränder des Deckchens dann leicht mit Tesa-Film am Innenteil des Stickrahmens befestigt. Nach dem Einspannen kann man diese noch etwas außen nachziehen, um die gewünschte Form möglichst „rund“ zu erhalten.

 

Filetdeckchen im neuen Look

Deckchen, die aus reiner Baumwolle gearbeitet sind, eignen sich auch sehr gut zum Einfärben mit Textilfarbe. Hiermit zaubert man sich einen schmucken Blickfang, der trendige Farbakzente in der Wohnung setzt und schon gar nicht mehr alt oder verstaubt wirkt.

Traut Euch an Eure ganz eigene Schachtel mit den gehäkelten Erbstücken und kreiert Euch wunderbar filigrane und einzigartige Wohnaccessoires.

Ganz nach Euren Wünschen.

Viel Spaß und macht’s Euch schön!

Jasmin

P.S. Wer passioniert und gerne filigran häkelt oder es ausprobieren will, der findet in unserem Heft „Filethäkeln leichtgemacht“ ganz viel tolle Inspiration.