Bild. Schafe zum Thema "Garne mit Neuausrichtung"

Dem eigenen modischen Anspruch mit einem guten Gewissen zu begegnen, ist auch in der Welt der Garne ein Thema: Für uns alle werden Umweltschutz und Nachhaltigkeit von Tag zu Tag bedeutsamer. Umso mehr freut es uns vom Team The Knitter, dass die Schoeller Süssen GmbH mit ihren Marken Austermann und Schoeller + Stahl künftig neue Wege gehen möchte. Geschäftsführer Peter Schmickler hat Knitter-Redakteurin Janne Graf von den Zukunftsperspektiven in der Garnbranche erzählt.

Blaues Strickkleid mit langen Ärmeln

Das Kleid Helix aus Ausgabe 29 von The Knitter D stammt aus dem Designatelier von Schöller + Stahl

Doch wie sieht für einen Garnanbieter der Weg in die Zukunft aus? Während sich die Menschen vermehrt für die Herkunft ihrer Konsumgüter interessieren und der Trend zu regionalen und nachhaltigen Produkten geht, wird in Süßen bei Stuttgart die Verbindung von Wirtschaftlichkeit mit Umweltbewusstsein bereits gelebt.
„Durch unsere enge Verbindung zur Spinnereigruppe Schoeller in Österreich haben wir einen großen Vorteil“, erzählt Peter Schmickler. „Wir produzieren einen Teil unserer Garne selbst, wissen also genau, was und wie wir es verarbeiten. Wir haben uns das Ziel gesetzt, bis 2020 für nachhaltig und ökologisch sinnvoll produzierte Garne zu stehen.“

Dabei sind die Weichen vielversprechend gesetzt worden. Die Garne für Babykleidung sind nach Oeko-Tex-Standard 100 ausgezeichnet, zudem sind nach GOTS (Global Organic Textile Standard) zertifizierte Produkte im Programm: Das GOTS-Siegel garantiert einen ökologischen Status der Textilien und schreibt eine umweltschonende und sozial verantwortliche Herstellung und Verarbeitung vor.

Ganz neu entwickelt wurde das EXP-Verfahren

EXP, das steht für EX-Pollution, also den Wegfall von Schadstoffbelastung bei der herkömmlichen Wollausrüstung. Dabei wird die Maschinenwaschbarkeit von Wolle ohne Chlorbelastung erzielt. Mit dieser Innovation setzt Schoeller einen Meilenstein und bestätigt seine ökologisch nachhaltige Ausrichtung.
„Wir haben uns speziell mit dem Thema Superwash-Ausrüstung beschäftigt und mit dem EXP-Verfahren eine wesentlich umweltfreundlichere Methode ohne Chloreinsatz gefunden. Dabei werden weniger und harmlose, nicht toxische, Chemikalien eingesetzt, und es werden beim Wassereinsatz 50 % gegenüber herkömmlichen Prozessen eingespart. EXP ist das weltweit einzige Antifilzverfahren, das nach den besonders strengen GOTS-Standards zertifiziert ist und den Oeko-Tex-Standard 100 erfüllt. So wird Wollgarn auf umweltverträgliche Weise maschinenwaschbar und darf sogar in den Trockner. Selbstgestrickte Designs mit den Eigenschaften moderner Funktionstextilien, die unsere Umwelt schonen. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“

Konzentration auf das Wesentliche: Garne und Kunden

Pelzskandale, unklare Deklaration von Inhaltsstoffen oder mangelnde Transparenz: Probleme, die man in Süßen nicht kennt.
„Wir bieten kein Angora an, keine Fellbommeln und keine Fasern, deren Herkunft oder Inhaltsstoffe nicht nachvollziehbar sind. Wir wissen, woher unsere Materialien kommen. Gleichzeitig heben wir nicht ab. Wir behalten unsere hochwertigen Acrylgarne, für die es treue Kunden und eine stete Nachfrage gibt. Wir führen modische Garne, die jetzt zusätzlich auch noch umweltgerecht und nachhaltig produziert werden. Mode und Öko, das passt bei uns absolut unter einen Hut.“

Frau mit Kleid Helix aus The Knitter 01/2017Du möchtest mehr über die Strick- und Häkelgarne von Austermann und Schöller + Stahl wissen? Klick einfach rein unter www.schoeller-wolle.de.

Das vollständige Interview sowie das Exklusivmodell aus dem Designatelier von Schöller + Stahl findest Du im aktuellen The Knitter am Kiosk oder im OZ-Shop!