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Zugegeben, Kochen und Backen mit Kinder ist wahrlich eine Herausforderung, denn wenn du mit Kinder backst, musst du Nervenstärke beweisen, danach sicherlich eine Putz-Session einlegen und viel, viel Zeit einplanen. Und auch wenn oder gerade weil das Kochen und Backen mit Kindern eine Herausforderung ist, so macht es doch unendlich viel Spaß, die kleinen Fingerhände werkeln zu sehen – auch wenn nicht alles in der Schüssel landet, sondern vieles daneben. Diese Tipps helfen dir dabei, dass das Kochen und Backen mit Kind zum Vergnügen wird.

Wenn du dich auf das Abenteuer einlässt, mit Kindern zu backen und zu kochen, brauchst du gute Nerven und klare Regeln. Nur so kannst du Unfälle in der Küche verhindern und mit kühlem Kopf waschen, schneiden, kneten und braten. Zudem hilft es, sich im Vorfeld darüber klar zu werden, dass die Küche danach wahrscheinlich eine Grundreinigung nötig hat.

Praxistipp: Altersangepasste Vorbereitungen treffen und Rezepte wählen

So viel kann dein Kind beim Kochen und Backen helfen

Diese Infografik zeigt an, in welchem Alter Kinder welche Aufgaben beim Kochen und Backen übernehmen können. Diese Richtlinie musst du als Orientierungshilfe verstehen. Du solltest sie auf jeden Fall auf die Fähigkeiten deines Kindes anpassen.
Infografik aus idealo.de

Natürlich entscheiden das Alter des Kindes und die kognitiven und motorischen Fähigkeiten darüber, wobei ein Kind wirklich helfen kann. Ob eine Gruppe Gleichaltriger das Kochen und Backen erleichtert oder erschwert, kann dir pauschal niemand sagen. Allerdings gilt, dass die Aufgaben zügiger von der Hand gehen, wenn Jüngere Älteren zur Hand gehen oder Ältere auf Jüngere achten. Dabei stellt sich allerdings direkt die nächste Frage und zwar danach, was ein Kind in welchem Alter überhaupt beim Backen oder Kochen helfen kann.

idealo.de hat die Antwort auf diese Frage in eine Infografik verpackt, die zeigt:

  • Im Alter von 1,5 Jahren kann ein Kind Kochutensilien oder leichte Zutaten bereitstellen.
  • Im Alter von 2 Jahren ist es Kindern möglich, Zutaten zu sortieren, Rührarbeiten mit einem kindersicheren Gerät durchzuführen und nach Anleitung Obst und Gemüse im Garten zu ernten.
  • Im Alter von 3 Jahren können Kinder Obst und Gemüse waschen und einen Plätzchenteig kneten und verrühren.
  • Im Alter von 4 Jahren können Kinder unter Aufsicht am Herd kochen, mit einem Kindermesser schneiden sowie den Tisch decken und abräumen.
  • Im Alter von 5 Jahren können Kinder in Begleitung und unter Aufsicht einkaufen, kleine Gerichte zubereiten und Zutaten für ein Rezept abmessen oder abwiegen.

Um mit Blick auf diese Orientierungshilfe das passende Rezept auswählen zu können, empfiehlt sich ein Blick in die Geolino-Kinderrezepte unter geo.de.

Klare Regeln rund um Scharfes und Heißes sorgen für Sicherheit

Regeln zu definieren, schränkt Kinder nicht ein, sondern hilft ihnen dabei, in einem sicheren Umfeld zu lernen. Gerade in der Küche – also wenn spitze Gegenstände wie Messer nah sind und Gefahren in Form von heißen Herdplatten lauern – gilt es im Vorfeld, Küchenregeln zu definieren und diese auch anzuwenden. Die erste Grundregel lautet, dass nur mitbacken oder -kochen darf, wer seine Hände sauber gewaschen hat.

Zu den weiteren Küchengrundregeln mit Kindern gehören zum Beispiel diese:

  • Geschnippelt wird erst, wenn ein Erwachsener dabei ist und das Kommando gibt. Dabei soll es nicht darum gehen, dass dann der Startschuss für ein Wertrennen beginnt. Stattdessen geht es darum, dass du als Erwachsener prüfen kannst, ob der Nachwuchs das Messer auch wirklich mit der scharfen Seite nach unten hält, die Handhaltung richtig ist usw. Dann folgt das Kommando, welches einerseits den Startschuss zum Schneiden gibt, andererseits aber auch heißt: Ab sofort bleiben die Augen auf das Schneidewerk gerichtet.
  • Zwei weitere Gefahrenpunkte sind Herd und Backofen, denn: Sie sind heiß und können schwere Verbrennungen verursachen. Deswegen gilt auch hier: Die Benutzung darf nur unter deinen Argusaugen erfolgen. Achte darauf, dass du dein Kind größer machst. Ein kleines Treppchen, das nicht umstürzen kann oder ein Hocker, der sicher steht, sind an dieser Stelle Gold wert, denn sie bringen dein Kind aus der Gefahrenzone. Wer höher steht, will nicht etwa von unten einen Topf vom Herd holen (und sich dabei im schlimmsten Fall mit einer heißen Flüssigkeit übergießen). Zudem befindet sich ein Kind, das „größer“ ist nicht mit der Nase auf Herdhöhe – das minimiert die Gefahr, beim Braten Spritzer abzubekommen.

Den Nachwuchs immer im Blick zu haben, ist eine Herausforderung

Kind knetet Teig

Darf dein Kind den Teig für den Kuchen oder die Plätzchen kneten, kann dabei nicht wirklich viel passieren. Riskieren solltest du aber besser nichts. Idealerweise richtest du bereits im Vorfeld zusammen, was du brauchst – um dein Kind nicht unbeaufsichtigt lassen zu müssen.
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Auf den ersten Blick scheint es schier unmöglich, immer an der Seite des Nachwuchses zu stehen, allerdings ist es wichtig, damit du dein Kind auf mögliche Gefahren aufmerksam machen kannst und im besten Fall sogar schwere Unfälle verhindern kannst.

Damit das Kochen und Backen reibungslos funktioniert, ist es hilfreich, all das direkt auf dem Tisch zu lagern, was für das Rezept benötigt wird – und zwar an Zutaten und an Hilfsmitteln. Das gilt im Übrigen auch für jede Bastelidee, die du mit deinen Kindern umsetzt, denn auch beim Basteln können Schere, Kleber und andere Bastelutensilien schnell zur Gefahr werden. Steht alles parat, verhindert das, dass sich dein Kind durch ein „ich hol mal schnell das Mehl aus dem Keller“ unbeaufsichtigt im gefährlichen Spielzeugland  Küche befindet.

Eine weitere wichtige Präventivmaßnahme ist es, dass du einen Wischlappen stets in greifbarer Nähe hast. So kannst du schnell ein kleines Malheur beheben und solltest dir doch dessen bewusst sein, dass du nach dem Kochen und Backen mit Kindern die Küche richtig saubermachen musst.

 

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