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Nähen mit Lycra klingt viel schwieriger als es ist. Wenn Ihr einmal die Fadenspannung eurer Nähmaschine gut eingestellt habt – die richtige Nadel dazu – geht alles beinahe von selbst. Und es lohnt sich, denn kein anderer Stoff eignet sich so gut für elastische Sportkleidung wie z.B. Leggins und Co.

Das ist Lycra

Eigentlich ist Lycra kein Stoffname sondern eine Zutat für die Herstellung eines Stoffes. Und doch wird der Begriff Lycra oft verwendet, wenn man über den superelastischen Bademoden- oder Sportstoff spricht. Offiziell ist Lycra ein Markenname für sogenannte Polyurethan-Elastomer-Garne: sehr dehnbare Garne aus synthetischem Gummi. Andere Markennamen für diesen Garntyp sind Elasthan, Dorlastan und Spandex. Diese künstlich hergestellten Elastomer-Garne sind enorm dehnbar, nämlich 500 bis 700 %.

Komfortabel und formstabil

Lycra und andere Stretch-Garne werden immer (unsichtbar) in einem Mix mit anderen Garnen und Grundstoffen verarbeitet. Ein Stoff enthält also nie 100 % Lycra. Ein paar Prozent Lycra oder Elasthan, auch Elastan genannt, sind schon genug, um den Tragekomfort von Kleidungsstücken enorm zu erhöhen. Ein anderer Vorteil ist,  dass der Stoff formstabiler ist und weniger schnell ausleiert.

Spülen & waschen

Stretch-Stoff mit viel Lycra vertragen Chlor, Seife und hohe Temperaturen nicht gut. Deshalb Badebekleidung sofort nach dem Schwimmen gut ausspülen. Sport-/ Badebekleidung bei nicht mehr als 30 °C und mit Feinwaschmittel waschen.

Lycra nähen

Die Sport-Items in der Zeitschrift Fashion Style 12/20 z.B. sind mit einem Coverlockstich genäht. Dieser ergibt auf der einen Seite eine doppelte Steppnaht und auf der Rückseite eine Overlocknaht. Eine Overlock-Maschine ist eine gute Anschaffung, wenn Sie oft dehnbare Stoffe verarbeiten. Aber auch eine normale Nähmaschine ist oft mit einem Trikotstich ausgestattet: Damit näht Ihr eine Naht, die später etwas dehnbar ist. Näht eure Nähmaschine keinen Trikotstich, versucht es am besten mit einem schmalen Zickzackstich. Probiert die Nähte vorher auf einem Probeläppchen!

Bi-Stretch

Heutzutage wird ein guter Sportkleidungsstoff einfach Lycra genannt, es ist meistens ein feingestrickter, synthetischer (Polyamid-) Stoff mit mindestens 10 % Lycra gemeint. Meistens ist dieser Stoff sowohl in der Länge als auch in der Breite dehnbar: Bi-Stretch. Ideal auf der Haut zu tragen, weil er sich den Bewegungen super anpasst.

Nähgarn

Eventuell verwendet Ihr ein etwas dünneres Polyester-Garn. Sehr praktisch: Seit kurzem gibt es auch elastisches Garn zu kaufen (z.B. von Gütermann). Für Sportbekleidung ist das auf jeden Fall zu empfehlen.

Stretch-Nadel

Für diese dehnbaren Stoffe verwenden man eine spezielle Nadel: eine Stretch-Nadel mit einer abgerundeten Spitze, sodass keine Löcher, und somit keine Laufmaschen in den Stoff kommen können. Verwendet am besten Nadelstärke 65.

Geschichte

Lycra wurde 1958 erfunden, und das führte schnell zur Entwicklung neuer elastischer Stoffe. So erschienen neue Bademoden-Stoffe, die die ältere, schwere ersetzten. Auch in der Sportwelt fanden die neuen Entwicklungen mit Stretch Garnen sofort Abnehmer. Die neuen Materialien waren stärker, weniger lichtempfindlich und vergilbten nicht so schnell. Vor dieser Zeit wurden Stoffe mit natürlichem Gummi hergestellt. Dieser ist weniger dehnbar als die neuen künstlich produzierten Stretch-Garne. Außerdem wurde ein dickerer Faden benötigt, um die gleiche Stoffstärke zu erreichen. Das bedeutete, dass die Stoffe dicker und schwerer waren.

 

Tolle Sport- und Freizeitbekleidung zum Selbernähen findet ihr in der Fashion Style 12. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Leggins oder einem coolen Sport-Top?