Da hat man nur eine Sekunde mal nicht richtig aufgepasst und schon stecken die schönen neuen Stricksocken in der Waschmaschine – gemeinsam mit der ganz normalen Wäsche. Doch wenn Strickteile nicht gerade aus pflegeleichten Kunstfasern bestehen, wird diese Unachtsamkeit schnell bestraft.

Nun ist die Kombination Wolle = Wollwaschgang ein alter Hut. Du weißt bestimmt auch, dass Wollwaschgang nicht gleich Wollwaschgang ist und Du im Zweifelsfall lieber einmal zu viel mit der Hand wäschst. Doch: Strickteile richtig pflegen – wie geht das denn eigentlich?

Lila Sockenmodell aus The Knitter 01/17

Traum in Lila: Das Sockenmodell aus dem aktuellen Knitter

Wollknaeule mit Banderole aus The Knitter 01/17

Banderole vorm ersten Waschen checken und Pflegehinweise notieren!

Der erste Blick sollte schon im Wollladen auf die Banderole geworfen werden. Ist das Garn überhaupt geeignet für die Waschmaschine? Denn Filzeffekte sind wunderbar, wenn sie gewollt sind, nicht aber, wenn sich die Fasern Deiner schönen neuen Socken bei Hitze und Feuchtigkeit gegen Deinen Willen verbünden.
Da bleibt dann oft nur noch Freunde und Verwandte mit unfreiwillig kreierten Filzpuschen zu beglücken. Dabei sollte doch genau DIESES Paar Socken endlich einmal nur für Dich sein.

Die richtige Pflege – Tipps vom Profi

Damit das zukünftig nicht mehr passiert, haben wir die Textilexpertin Jen Arnall-Culliford gebeten, uns ihre Tipps und Tricks zur Pflege von Strickteilen zu verraten. Eine Frage übrigens, die man Textilliebhabern nur stellen sollte, wenn man ausreichend Zeit im Gepäck hat!
Für einen ersten Überblick haben wir Dir unsere Top 4 zusammengestellt. Kennst Du das Buch „Die Bibel nach Biff“? Denn so wie Biff scheinbar alles über christliche Kulturgeschichte weiß, weiß Jen einfach alles über Wolle – daher musste dieses Kapitel einfach so heißen:

 Strickteile richtig pflegen nach Jen:

  1. Weniger waschen.
    Klar, was wir nicht waschen, können wir auch nicht ruinieren. Doch richtige Wolle muss nicht so oft in die Waschmaschine aufsuchen wie es Kunstfasern sollten. Bei atmungsaktiven Fasern wie Merino genügt es oft, das Gestrick sorgsam auszulüften.
  2. Führe ein Stricktagebuch.
    Dort kannst Du notieren, welches Garn Du für welches Projekt verwendet hast und auch die Banderole einkleben. So kannst Du nachschauen, welche Pflege empfohlen wird.
  3. Verwende Wollwaschmittel.
    Und sei dabei nicht knauserig! Du weißt selbst, was Du ein Knäuel Qualitätsgarn investierst, damit Du ein streichelweiches Ergebnis bekommst. Damit Du dann an Deinem fertig gestrickten Kunstwerk lange Freunde hast, solltest Du auch beim Pflegemittel zu einem Qualitätsprodukt greifen. Dafür musst Du übrigens nicht einmal in die Drogerie. Auch viele Fachgeschäfte haben zu ihren Garnen die passende Pflege im Programm!
  4. Strickteile trocken, ist wie Haare föhnen.
    Ernsthaft? Ja, denn wenn Du den linken Arm deines Cardigans beim Trocken in die Länge ziehst, bleibt er bis zur nächsten Wäsche so. Ganz wie die Föhnwelle. Also lass das! Achte besser darauf, die feuchte Wolle vorsichtig in Form zu ziehen und symmetrisch zu arbeiten. Schließlich – siehe Tipp 1 – willst Du Wolle ja nicht zu oft waschen!

Du willst die ganze Weisheit der Jen A.? Schau einfach in die aktuelle Ausgabe von The Knitter und erfahre alles rund um die Pflege, die Aufbewahrung, das Spannen und Dämpfen sowie das Flicken (so gut!) Deiner liebsten Strickstücke.