Immer öfter taucht das Wort „Jute“ in Verbindung mit Strick- und Häkelnadeln auf.

Bei näherer Betrachtung stellt man auch fest, dass dies ja eine bislang ganz ungenutzte Materialquelle ist!

Aber wir wären ja kein Kreativ-Verlag, wenn wir uns da nicht sooofort dran trauen würden.

Bei Jute kommen mir persönlich erst einmal Kaffeesäcke in den Sinn. Oder Transportbehältnisse für Geschenke. Gern genutzt von älteren, weißbärtigen Männern mit Schlitten und Rentieren.

An Jute in Fadenform habe ich aber gar nicht gedacht. Dabei ist dieses Vorkommen eigentlich fast noch öfter anzutreffen, als Jute-Webware.

Nämlich als die gute, alte Paketschnur! Gebraucht habe ich sie erst vor kurzem, als ich mir mein Rankgitter zusammengeknotet habe.

 

Herkömmliche Paketschnur aus verzwirnter Jute hat etwa die Nadelstärke 5 einer Häkelnadel.

Also, ran an die Nadel, Glitzerbeilaufgarn in Gold dazu für den Glamour und losgehäkelt.

Die Struktur des Maschenbildes ist zwar ein bisschen hart, aber nicht unflexibel. Ganz im Gegenteil, verarbeiten lässt sich das „Garn“ wirklich gut.

Utensilo aus Jute häkeln

 

Um eine Schale mit ca. 25cm Durchmesser und einer Höhe von ca. 8cm zu erhalten, habe ich wie folgt gehäkelt:

  • einen Fadenring bilden und 3 Luftmaschen (LM) sowie 11 Stäbchen (Stb) hineinhäkeln.
  • Fadenring zusammenziehen und mit einer Kettmasche (KM) in die oberste der 3 LM zum Kreis schließen
  • Wieder 3 LM häkeln (diese 3 LM ersetzen immer das erste Stäbchen) und 1 Stäbchen in die gleiche Einstichstelle
  • Weitere 22 Stb häkeln – das heißt die Maschen der Vorrunde verdoppeln. Nach 3 LM und 23 Stb die Runde wieder mit einer KM in die oberste LM schließen.
  • 3 LM häkeln, in das nächste Stb 2 Stb häkeln, * ein Stb in das nächste Stb, 2 Stb in das nächste Stb* .  Von *bis* stetig wiederholen, den Kreis mit einer KM schließen.
  • 3 LM häkeln, in das nächste Stb 1 Stb häkeln, in das nächste Stb 2 Stb häkeln, *je ein Stb in die nächsten 2 Stb, 2 Stb in das nächste Stb*

Fortlaufend weiter nach diesem Prinzip häkeln. Das heißt, dass die doppelten Stäbchen pro Runde immer übereinander liegen und der Abstand der einzelnen Stäbchen zwischen den doppelten pro Runde immer um ein Stäbchen wächst. In der nächsten Runde sind es also 3 Stäbchen, dann ein doppeltes – in der übernächsten 4, dann ein doppeltes.

Ist der gewünschte Durchmesser erreicht, keine Zunahmen mehr machen, sondern nur noch in Stäbchen weiterhäkeln. Bei meinem Körbchen sind das 3 Runden.

Danach den Faden (Jute & Glitter) abschneiden, durch die letzte Kettmasche ziehen und verwahren.

Ich habe mein Körbchen danach mit Bügelstärke eingesprüht und über eine passende runde Keksdose gestülpt, um es in Form zu bringen.

Es empfiehlt sich hier unbedingt, sich ein mögliches „Aufspannobjekt“ im Voraus zu suchen und dementsprechend die Größe des Häkelwerks anzupassen.

Sonst kann es einem passieren, dass man etwas irritiert durch die Wohnung geistert, verzweifelt auf der Suche nach einer runden Form, die als Formgeber passt.

Wir nennen jetzt keine Namen, WEM es so gegangen ist. 🙂

Utensilo aus Jute häkeln

 

Passend zum goldenen und herbstlichen Oktober finden in solch einem Jutekörbchen nun nicht nur leckere Birnen und Granatäpfel ein Plätzchen.

Ganz prima bietet sich dieses nämlich auch für allerlei Nüsse zum gemütlichen Nussknacken vor dem Krimi im Fernsehen an.

Oder für eine ganz hübsche Auswahl an Herbstdekorationen wie Kürbissen, Tannenzapfen und Kastanien.

Lasst Euch einfach und natürlich inspirieren.

 

Häkelt’s Euch herbstlich mit Jute,

Jasmin