Naehen_mit_Seilen_Beitragsbild

Ganz brandaktuell und auch faszinierend ist der Trend, mit schnöder Baumwoll-Leine tolle Sachen zu nähen.
Im ersten Moment dachte ich aber erst: „Hä!? Wie soll das denn gehen? Ein 8mm Seil durch die Nähmaschine fädeln??“
Aber das Ganze funktioniert ja nun zum Glück gerade ganz andersherum.
Und am Ende hält man ganz stolz einen hübschen heiligen Grahl Brotkorb in Händen!!

Und so geht’s:

Man gehe zum Baumarkt seines Vertrauen (in meinem Fall der mit den zwei o’s) und kaufe sich „Baumwoll-Leine“ – liegt aber nicht wie erwartet in der „Seilabteilung“, sondern direkt vorne in den Schütten bei den Kassengängen.

Angeboten werden hier 15m pro Knäuel, mitgenommen habe ich davon 3 Stück.

Da mir „Natur“ nun zu farblos war, habe ich das Päckchen Simplicol Expert Farbe zur Hand genommen, welches von meiner letzten Färbeaktion noch über gewesen ist, um meinen Seilen ein bisschen Farbe und Schmuckigkeit zu verleihen. Meine Idee war hierbei auch einen ombré-Effekt hinzukriegen, in dem die Farbe von Strang zu Strang immer heller wird.

Ich habe also in einem Putzeimer (ausgewaschen und von Putzmittelrückständen befreit) ein Färbebad nach Packungsanweisung angerührt, meine drei Stränge vor dem Färben in ein lauwarmes Wasserbad mit Zugabe von 100ml einfachem Tafelessig  gelegt und die neugierige Katze weggesperrt, da Greta Kolumna immer gern mittendrin, statt einfach nur dabei ist. 🙂

Nach 10 Minuten einweichen habe ich den ersten Strang ausgewrungen, ihn in das Farbbad gegeben und dort 30 Minuten ziehen lassen.

Danach rausgefischt und ausgespült. Die Färbelösung danach verdünnt (1/3 in den Gulli gegossen und mit heißem Wasser ersetzt), sodass der nächste Strang eine nicht mehr ganz so satte Färbung erhält und ihn nur 20 Minuten ziehen lassen. Strang drei durfte dann für 10 Minuten in wiederum nochmals verdünnter Farblösung baden.

Hier habe ich allerdings gut die Hälfte des Strange außen neben dem Eimer liegen lassen, sodass die türkise Farbflüssigkeit langsam in den hellen Teil „kriechen“ musste und somit ein Verlauf bzw. Auslaufen der Farbe sichtbar wird.

Nachdem alle Stränge gespült und getrocknet waren, ging es ans Vernähen. Mit Zick-Zackstichen und fortwährend im Kreis herum – das dürfte man (also ich) hinkriegen.

Zu Beginn rollt man den Anfang des Stranges, etwa wie ein kleines Schneckenhaus, ein und fixiert dies mit 2 querdurchgestochenen Stecknadeln. Dann im Steppstich zwei über Kreuz laufende Nähte absteppen. Der Anfang ist geschafft und nun kann auch schon munter spiralförmig im Kreis ringsum gezackelt werden.

DIE Trendtechnik

Für den unteren Teil meines späteren „Körbchens“ habe ich cremefarbenes Garn genommen und mit wachsender Größe vom Körbchen und Farbänderung des Seils dies angepasst.

DIE Trendtechnik

 

Nach gut 2 Stunden intensivem Gezackel und gefühltem Garnverbrauch von 8.361m (man muss in der Zeit oft die  untere Spule wechseln, da die Technik ganz gut Garn „frisst“), war ich fertig. Schnell noch ein kleines Labelchen aus SnapPap über den Nahtschluss gesteppt und voila:

Le Brotkorb de luxe. Aus dip-dye gefärbten Baumwoll-Seilen genäht

DIE Trendtechnik

 

Stabil ist er in jedem Fall. So kann man mit dieser Technik auch gut etwa Krims-Krams-Utensilos, oder Schalen für aktuelle Strick- und Häkelprojekte nähen. Hier sind wie immer der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Aus meinem übrigen, nicht gefärbten Rest Baumwollseil wurden noch passende Untersetzer im gleichen Stil. Auch schön, wie ich finde.

DIE Trendtechnik

Meine „Was-verschenke-ich-zu-Weihnachten“-Liste ist somit um einen Ideenpunkt erweitert worden. Man kann ja nicht früh genug anfangen, immerhin ist ja schon September und die ersten Weihnachtsschleckereien künden schon von besinnlichen Tagen (Hilfe!).

Aber, wir lassen uns ja nicht stressen und genießen erstmal noch die herrlichen Spätsommertage auf der Terrasse mit Milchkaffee und der emsig zackelnden Nähmaschine.

 

Näht’s Euch wunderbar!

Jasmin

 

P.S. Einen ganz ausführlichen Kurs für das Vernähen von Baumwollseilen, sowie weitere Ideen dafür findet ihr in der aktuellen Ausgabe von Sabrina Nähen hier [klick] im Handel oder in unserem Shop.