Einkaufen ohne Verpackungsmüll mit selbst genähten Säckchen

Hat man eine Kraut- und Rübenkiste vom heimischen Bauernlädchen im Abo, ist man fein raus und bekommt alles handlich in eben eine solche Kiste gepackt.

Dennoch gibt es das eine oder andere nicht-regionale Obst und Gemüse dann doch nur im Supermarkt zu kaufen. Und hier muss man in 90% der Fälle auf die kleinen Plastiktütchen zurückgreifen. Oder eben nicht! Dazu verhelfen stabile und ratzfatz selbstgenähte zero-waste ( zu Deutsch: kein Müll) Beutel. Wie das funktioniert, verrate ich euch hier!

Lässig und immer wieder verwendbar!

Meine Plastiktütchen aus dem Supermarkt waren mir bislang immer so ein… sagen wir mal halber Dorn im Auge. Zu Hause gleich entsorgt, nachdem ich mein Obst und/oder Gemüse verräumt hatte, habe ich sie nie. Das war mir zu wenig Nutzung für letztlich doch recht viel Müllaufkommen. Eher waren die Tütchen doch recht praktisch, um diverse Katzenkloinhalte für die Mülltonne zu verpacken.

Dafür werde ich mir nun eine Alternative suchen müssen, denn seit letztem Wochenende bin ich „clean“ und packe meine frischen und losen Nahrungsmittel in superpraktische Beutel, genäht aus „Mesh“.

schnell genäht und wiederverwendbar: zero waste Beutel

Dieser Netzstoff ist zu 100% aus federleichtem Polyester, in verschiedenen Farben erhältlich, läßt sich gut verarbeiten und ist obendrein noch waschbar. Was will man also mehr von einem Material?

Das Nähen geht ganz einfach und ihr braucht folgende Materialien:

  • „Mesh“ Netzstoff in gewünschter Menge (ich hatte ein 120x105cm großes Stück) und in gewünschter Farbe.
  • alte Zeitung
  • gutes Nähgarn
  • Jerseystoffreste

So wird´s gemacht:

Die Zeitung dient mit einer Doppelseite als Schnittmuster. Das heißt für einen großen Beutel nehmt ihr eine Seite, für einen mittleren Beutel eine halbe Seite und für einen ziemlich kleinen Beutel dann eine Viertelseite.

Nachdem ihr die Rechtecke (mit ca. 1cm Nahtzugabe) ausgeschnitten habt, wird eine der Längsseiten 3cm weit eingeklappt und mit doppelter Naht in schmalem Zickzackstich und etwas weniger Fadenspannung umgenäht. Das ist später der Tunnelzug für das Jerseyband.

Anschließend die kurzen Seiten rechts auf rechts aufeinander legen und rundum absteppen. Wichtig ist, dass eure Naht unterhalb des zuvor genähten Tunnels beginnt, damit dieser offen bleibt.

Jetzt ist der Beutel auch schon fast fertig! Für einen guten Stand habe ich zwei Bodenabnäher angebracht. Hierfür legt ihr nacheinander die Naht von je einer Außenseite auf die Bodennaht.

Ca. 2cm von dem durch das Falten entstandenen Dreieck aus zur Mitte hin, eine Naht von oben nach unten steppen und das Dreieck mit 0,5mm Abstand zu dieser Naht beidseitig abschneiden.

Den Beutel wenden und oben durch den Tunnelzug ein Band aus einem Jerseyrest oder etwas Textil(häkel)garn einziehen.

Wem das mit den Bodenabnähern nun aber zu kompliziert ist, der kann den Beutel auch einfach nach Schließung der Seiten- und Bodennaht schon umstülpen.

Fertig ist der fesche, robuste und dauerverwendbare Einkaufsbeutel.

Einfach und schnell aber zero waste

Die Meshbeutel wiegen praktisch nicht mehr wie das herkömmliche Plastik von der Rolle und die Preisaufkleber haften auch gut auf dem Netzstoff.

Ich habe sogar schon Komplimente bekommen und Nachahmungstäter gefunden, denn die Reduzierung von Plastiktüten ist auf jeden Fall dringend angesagt und wichtig!

 

Näht’s Euch umweltfreundlich!

Jasmin