Hoffnung für Treny

Was tun, wenn man durch schwere Schicksalsschläge nicht weiter weiß? Treny Wildeborn vom Blog Trenys Patchwork tut der Seele gut erkämpft sich durch ihr Lieblingshobby Patchwork immer wieder neuen Mut und eine große Portion Lebensfreude. Ihre Projekte sind so bunt und voller Leben wie sie selbst. Wir von Lenas Patchwork haben mit ihr über ihr bewegendes Leben gesprochen.

Ein Traum wird wahr

Treny WildebornEin eigenes Handarbeitsgeschäft mit Wolle, Stoffen und Kurzwaren zu führen – was für viele Handarbeitsfans immer ein Traum bleibt, ging für Treny Wildeborn Ende der 80er Jahre in Erfüllung. Spezialisiert auf Kinderstoffe aus Holland, die zu dieser Zeit zwar äußerst populär, aber nur schwer zu beschaffen waren, machte sie sich als Ladenbesitzerin und Versenderin selbstständig.

„Schneller als ich begreifen konnte, verliebte ich mich ins Patchworken“

Als ein Großhändler aus Holland ihr dazu riet, ins Patchworkgeschäft einzusteigen und Stoffe sowie Zubehör zum Patchworken anzubieten, war sie zunächst skeptisch. Das Thema Patchwork war derzeit in Deutschland eher wenig verbreitet. Kurzerhand fuhr sie nach Holland, um sich vor Ort einen Eindruck über die Branche zu machen. „Ich bin tatsächlich neugierig geworden und habe einen Patchwork-Kurs belegt! Schneller als ich begreifen konnte, verliebte ich mich ins Patchworken“, schwärmt Treny.

Cover PatchworkCover StubenklatschDoch Verkauf von Patchwork-Zubehör blieb es nicht lange, schnell versuchte sie ihr Wissen und ihre Leidenschaft weiterzutragen. Sie schrieb ein kleines Büchlein mit einfachen Patchwork-Techniken (Foto 1) und präsentierte dieses auf der CREATIVA in Dortmund, der größten Kreativmesse Europas. Das war eine der besten Ideen, die Treny haben konnte: „Dadurch fanden viele Interessierte den Weg in mein Geschäft. Die Nachfrage war so groß, dass ich mein Sortiment komplett auf Patchworkstoffe umgestellt habe.“

Da zu dieser Zeit kaum deutschsprachige Patchwork-Anleitungen zu finden waren, kam sie auf die Idee, alle drei Monate ein selbstgestaltetes Magazin (Foto 2) mit je sechs Anleitungen herauszubringen. Damit schien sie eine Marktlücke entdeckt zu haben: Die Heftchen kamen so gut an, dass sie schließlich auch bundesweit versendet wurden.

 

Der tiefe Rückschlag

Dann folgte der tiefe Rückschlag. Die Diagnose: Brustkrebs. Die Arbeit musste liegen bleiben und das Hobby der Gesundheit zuliebe zurücktreten. „Für mich war dies eine Katastrophe, ich musste mich nach etwas anderem umsehen, das mir mehr Flexibilität bieten konnte. Jeden Tag im Laden stehen, das hätte ich nicht geschafft“ erzählt Treny. In dieser Zeit wurde die Firma Prym, ein Hersteller für Nähzubehör, auf sie aufmerksam.  Sie begann in Kooperation mit Prym bundesweit Seminare bei Großhändlern abzuhalten, die Patchworkstoffe und –zubehör in ihr Sortiment aufnehmen wollten. Schweren Herzens schloss sie schließlich ihr Geschäft ganz. „Obwohl mir die Seminare großen Spaß machten, tat die Geschäftsaufgabe sehr weh. Aber in meiner neuen Aufgabe lernte ich so viele liebe Leute kennen – Freundinnen fürs Leben!“ berichtet Treny.

handgenäht-mit-selbstgefärbten StoffenSternenquiltDas Hobby gibt neuen Mut

Leider kehrte der Krebs nach 14 Jahren in 2008 zurück. Ihr liebgewonnenes Hobby gab ihr Kraft zu kämpfen. Eine ganz besondere Patchworkausstellung zwei Jahre später brachte neuen Mut: In 24 Kirchen im Norden Hollands wurden außergewöhnliche Patchworkarbeiten inszeniert. Das hinterließ bei ihr einen starken Eindruck. Als sie einer Patchwork-Freundin von der Ausstellung erzählte, meinte diese: „Das können wir auch“. So fand 2011 in der Lüneburger Heide die erste wunderbare Ausstellung mit dem Thema „Patchwork tut der Seele gut“ statt. 2 Jahre später wiederholten die beiden diese Ausstellung. Voller Dankbarkeit gestaltete Treny ein Büchlein über die Ausstellung als Erinnerung für alle Freiwilligen, die sie so tatkräftig unterstützt haben.

Durch die Ausstellungen ergaben sich sehr viele Anfragen für Kurse, die Treny bis heute gerne gibt. Sogar kleine Fans hat sie: In der Grundschule näht sie mit Kindern. Natürlich hat sie auch in Lena`s Patchwork das eine oder andere ihrer Werke vorgestellt.

Als 2017 der Krebs wiederholt zurückkehrte, startete ihre Patchwork-Freundin Heike bei Facebook eine Aktion, die dazu aufrief eine „Hoffnungsdecke für Treny“ zu nähen (siehe Beitragsbild oben). So entstand die Idee, über das Internet Hoffnung, Freude und natürlich die Liebe zum Patchworken mit anderen zu teilen. Alles nach dem Motto: „Patchwork tut der Seele gut“

Anderen betroffenen Helfen

Nach einem Aufenthalt im Krankenhaus hatte Treny die Idee, Patchworktaschen zu fertigen und diese an Patientinnen zu verschenken. Zusammen mit lieben Patchwork-Freundinnen konnten mittlerweile schon über 5.000 Taschen Trost spenden.

Taschen von Treny Wildeborn

Mehr zu Treny, ihren Projekten und ihrer Geschichte findet Ihr auf ihrem Blog  oder auf ihrer Facebook-Seite.

Viele Ihrer Projekte sind mit Anleitung in der Zeitschrift Lenas Patchwork zu finden.