Veronika Hug

Für Häkel- und Strickfans führt an ihr kein Weg vorbei: Veronika Hug ist Youtube-Star, auf Facebook erfolgreich und natürlich auch analog unterwegs ;-). So hat sie unzählige Bücher zu verschiedenen Handarbeitstechniken veröffentlicht und ist als Redakteurin für den Erfolg vieler Zeitschriften wie Filethäkeln leicht gemacht oder Dekoratives Häkeln verantwortlich. Ganz neu ist ihre Zeitschrift Woolly Hugs, in der sie Modelle aus ihrer eigenen Wollkollektion vorstellt. Wir haben sie zuhause in Appenweier besucht, wo sie ihr kleines Redaktionsbüro führt.

Bücher von Veronika HugEin kleines Zimmer mit kaum fünfzehn Quadratmetern, ein Schreibtisch, hohe Regale – man kann sich schwer vorstellen, dass dieses kleine Büro die Schaltzentrale einer besonders erfolgreichen Youtuberin und verschiedener Facebook-Gruppen ist. Mehr als 100.000 Nutzer haben ihren Youtube-Kanal abonniert, ihre Videos wurden über 44 Millionen mal angeklickt. Außerdem entstehen in dem kleinen Büro jährlich ca. 20 Zeitschriften und mehrere Bücher. Bis heute hat Veronika 58 Bücher veröffentlicht.

 

Kontakt zu den Leserinnen via Youtube & Facebook

Auf Facebook gründete sie vor fünf Jahren die Gruppe „Woolly Hugs“ für Fans der Handarbeit mit Wolle aller Art – mittlerweile sind über 21.000 Mitglieder beigetreten. „Ich war überrascht, wie viele Menschen ich mit meinen Videos und über Facebook erreiche“, sagt Veronika Hug heute rückblickend. Sie habe sich sehr genau überlegt, ob sie den Schritt in die (Online-) Öffentlichkeit wagen soll. Aber der Wunsch, Kontakt zu den Lesern zu haben, fegte etwaige Bedenken beiseite. „Es war ein großer Schritt, den ich aber nie bereut habe“, sagt die Autorin. „Im Gegenteil. Ich bin froh über den Kontakt zu den Lesern und freue mich über jedes neue Mitglied.“

 

Woolly Hugs - Wollkollektion von Veronika HugDie Woolly Hugs Wollkollektion

Doch damit nicht genug: Inzwischen hat Veronika auch noch eine eigene Wollkollektion. Seit 2015 produziert Veronika Hug gemeinsam mit dem Wollhersteller Langendorf & Keller ihre eigene Wolle. Schon richtig berühmt sind ihre „Bobbel“. Das sind dicke Wollknäuel mit wunderschönen Farbverläufen. Das Besondere: aus einem Bobbel kann man ein ganzes Tuch stricken oder häkeln, das dann von Anfang bis Ende den schönen Farbverlauf hat.

 

Ideen und das Know How sie umzusetzen

Woher hat sie all die Ideen für ihre Modelle? „Ich lasse mich von Mode inspirieren, wie man sie in der Stadt oder auch im Fernseher sieht“, so Veronika Hug. Manch eine Idee entsteht auch aus den Fragen und Anregungen von Leserinnen und im Austausch mit ihren vielen Facebook-Kontakten.

Interessant ist die unterschiedliche Vorgehensweise beim Entwerfen von Pullis und Tüchern. Pullover oder Jacken entwirft Veronika erst auf dem Papier. „Bei Kunststricktüchern findet der Entwurf erst auf der Nadel statt“, erzählt Veronika. Beim Stricken des Tuchs macht sie sich Notizen. Wenn das Tuch fertig ist und die Anleitung veröffentlicht werden soll, zeichnet Veronika Masche für Masche auf Papier.

Veronika Hug - vom Strickschal zur StrickschriftDas Know How, um solche Ideen zu entwickeln und umzusetzen, hat Veronika Hug sich durch Kunststrickerei erworben. Schon als 15-Jährige griff die versierte Handarbeiterin zu Strick- und Häkelnadeln und nadelte, was das Garn hergab. Später widmete sie sich mit Hingabe der Kunststrickerei – ein kreativer Ausgleich zu ihrem damaligen Beruf als Verwaltungsfachangestellte. Zu dieser Zeit begann sie auch, selbst Strickmodelle zu entwerfen. Bald erhielt sie erste Aufträge zum Schreiben von Anleitungen, was sie viele Jahre machte, bis sie schließlich selbst als Redakteurin arbeitete und erste Bücher veröffentlichte. Neuen Techniken gegenüber war sie immer aufgeschlossen, so dass zum Beispiel Knooking, Strikeln oder das Tunesisches Häkeln Technik hinzukamen.

 

Woolly Hugs Maschenwelt 1/2018Möglichst einfach, möglichst gut: unkomplizierte Handarbeitsideen für Anfänger und Fortgeschrittene

Ein Anliegen von Veronika war es stets, das Handarbeiten möglichst einfach zu machen, damit nicht nur Könner und Experten daran teilhaben können. Beim Sockenstricken zum Beispiel entwickelte sie ihre ganz eigene Methode, diese bei der Spitze anzufangen und damit das Stricken zu erleichtern. Eine Technik, die sie auch bei Handschuhen anwendet. Und auch in ihrer neuen Zeitschriftenreihe „Woolly Hugs“ legt sie Wert darauf, dass die Modelle nicht zu kompliziert gestaltet sind – und dabei trotzdem mit raffiniertem Pfiff daherkommen.

Blick in die Zeitschrift Woolly Hugs Maschenwelt